Die fünf Sprachen der Liebe

"Nach zwanzig Jahren Eheseelsorge bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass es fünf Sprachen der Liebe gibt – fünf Arten, wie Menschen ihre Liebe anderen mitteilen."

Dies sind Worte des amerikanischen Eheberaters Gary Chapmann. Er ist der Überzeugung, dass wir alle bestimmte “Liebessprachen” haben, durch die wir Liebe verstehen und geben. Wir haben mit diesem Ansatz inzwischen sechzehn Jahre Erfahrung im Bereich der Eheberatung gesammelt und können bestätigen: Es stimmt!

Die schlechte Nachricht: Du und Dein/e Partner/in haben wahrscheinlich nicht dieselbe/n Liebessprache/n. Die gute Nachricht? Man kann alle Sprachen LERNEN.

Wer die Liebessprache des Partners lernt und umsetzt, der gibt ihm das Gefühl, geliebt zu sein. Der füllt seinen “Liebestank” auf. Und mit vollem Liebestank hat der andere wiederum viel mehr Energie und Lust, die Sprache seines Partners zu lernen. So beginnt eine Liebesspirale nach oben, gefüllte Tanks für beide, Harmonie und Glückseligkeit, Tag für Tag!

Klingt gut? Dann erfahre hier, welche Liebessprachen es gibt und versuche Deine/Eure zu entdecken! Los geht's!

Sprache der Liebe Nummer 1: Lob und Anerkennung

Das Ziel der Liebe ist nicht, die eigenen Wünsche erfüllt zu bekommen, sondern zum Wohlergehen des geliebten Menschen beizutragen. Tatsache ist aber auch, dass wir durch jedes Lob motiviert werden, uns dem anderen erkenntlich zu zeigen. Lob ist nur eine Art, dem Ehepartner Anerkennung auszusprechen. Dazu gehören auch:

Ermutigende Worte - Liebe stärkt. Mut machen auch. Nicht nur Kinder brauchen dies, auch wir Erwachsenen sehnen uns nach mehr Mut im Alltag. Einige brauchen sogar viel mehr.

Freundliche Worte - Liebe ist Freundlichkeit. Wenn wir unsere Liebe also in Worte kleiden wollen, so müssen es freundlich klingende Worte sein. Und auch auf den Tonfall kommt es an.

Höfliche Worte - Die Liebe bittet, stellt aber keine Forderungen. Wenn ich vom Partner etwas fordere, werde ich zum Vater oder zur Mutter, und er wird zum Kind.

Sprache der Liebe Nummer 2: Zweisamkeit – die Zeit nur für Dich

Das ist Zeit von besonderer Qualität, d.h. dass jemand die ungeteilte Aufmerksamkeit des anderen erhält.

Wichtig an der Zeit, die man bewusst mit dem anderen verbringt, ist die Zuwendung. Allein auf die räumliche Nähe kommt es nicht an. Zweisamkeit ist ungeteilte Aufmerksamkeit. Zweisamkeit bedeutet nicht, dass wir unsere Zeit damit verbringen, einander schweigend in die Augen zu schauen. Zweisamkeit herrscht, wenn wir gemeinsam etwas tun und dabei einander unsere Aufmerksamkeit schenken. Wenn zwei Menschen etwas gemeinsam tun, ist der für die Seele wichtige Aspekt dabei, dass sie ganz bewusst Zeit miteinander verbringen. Die Aktivität selbst ist nur ein Mittel zum Zweck. Sie vermittelt das Gefühl der Zweisamkeit.

Das Zwiegespräch unterscheidet sich deutlich von unserer ersten Liebessprache, dem Lob. Beim Lob kommt es darauf an, was wir sagen, beim Zwiegespräch aber ist es wichtig, was wir hören. Wenn ich jemanden meine Liebe zeige, in dem ich mit ihm Gemeinschaft pflege und in einen Dialog mit ihm trete, dann bewirke ich, dass er sich öffnet. Ich werde Fragen stellen, allerdings nicht aus oberflächlicher Neugier, sondern aus dem echten Bedürfnis heraus, an den Gedanken, Gefühlen und Sehnsüchten des anderen teilzuhaben.

Sprache der Liebe Nummer 3: Geschenke, die von Herzen kommen

Ein Geschenk kann man in die Hand nehmen und sagen: "Sieh an, er hat an mich gedacht" oder "Sie hat mich doch nicht vergessen". Wenn ich jemanden beschenke, dann beschäftige ich mich gedanklich mit ihm. Und das Geschenk ist ein Symbol dieser Gedenken. Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob es Geld gekostet hat. Entscheidend ist nur, dass hier jemand an mich gedacht hat. Aber nicht der Gedanke selbst zählt, sondern die Tatsache, dass er konkret wird durch die Handlung des Aussuchens und Übergebens. So wird die Liebe sichtbar.

Wenn die Muttersprache der Liebe Deines Partners das Schenken ist, dann kannst Du es lernen, mit viel Phantasie immer das Richtige zu finden. Diese Sprache der Liebe ist besonders leicht zu erlernen.

Wenn der Partner die Liebessprache des Schenkens spricht, wird alles, was Du ihm zum Geschenk machen, als Ausdruck Deiner Liebe empfunden.

Eine Interessante Variante hierzu ist das “Ich schenke mich selbst”. Es gibt ein Geschenk, das manchmal lauter spricht als jede Gabe, die wir überreichen können: Es ist das Geschenk der eigenen Person, das Geschenk der persönlichen Gegenwart. Da zu sein, wenn der Partner uns braucht, ist ein unmissverständliches Signal für denjenigen, dessen Liebessprache das Schenken ist.

Sprache der Liebe Nummer 4: Hilfsbereitschaft

Zu Beginn einer Partnerschaft werden wir vom Hochgefühl der jungen Liebe beherrscht - später kehren wir oft auf den Boden der Tatsachen zurück und sind wieder die Menschen, die wir vor unserem Verliebt sein waren. Hört sich komisch und negativ an, ist es aber nicht. Unser Handeln wird nun wieder bestimmt durch das Vorbild unserer Eltern und durch unsere eigene Persönlichkeit. Eins ist allerdings sicher: Wir werden uns nicht mehr so verhalten, wie eben noch, als wir unsterblich in unseren Partner verliebt waren. Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, dass wir weiterhin hilfsbereit unserem Partner gegenüber sind. Im Falle, dass der Partner Hilfsbereitschaft als Liebessprache hat, ist es natürlich noch wichtiger. Und effizienter. Was beinhaltet diese Liebessprachen? Ein erkanntes Problem, einen Mangel oder eine Situation zu verbessern - und zwar ohne dabei an den eigenen Nutzen zu denken oder eine Gegenleistung zu erwarten. Wie sieht das in der Praxis aus? Den Müll raustragen, beim Lernen für eine Prüfung helfen, den Computer des Partners reparieren, nach etwas suchen, dass verloren gegangen ist…es gibt so viele Möglichkeit! Wenn Dein Partner diese Liebessprache hat, lohnt es sich, die Vielfalt der Möglichkeiten zu entdecken.

Sprache der Liebe Nummer 5: Zärtlichkeit

“Jede Bitte weist der Liebe den Weg, aber jede Forderung bringt sie zum Erliegen.”

Berührungen können eine Beziehung knüpfen oder zerstören. Sie können Hass oder Liebe vermitteln.

Die kleinen Zärtlichkeiten des Alltags erfordern nicht allzu viel Zeit, aber Gedanken sollte man sich schon darüber machen, besonders dann, wenn Zärtlichkeit nicht zur eigenen Liebessprache gehören, weil Du in einer Familie aufgewachsen bist, in der Zärtlichkeit nicht Gang und Gäbe war. Wenn ihr auf dem Sofa sitzt und euer Lieblingsprogramm im Fernsehen anschaut, dann könnt ihr ganz nebenbei durch Zärtlichkeiten eure Liebe ausdrücken. Auch braucht es nur einen Augenblick, eurem Partner im Vorübergehen eine freundliche Berührung zu schenken. Jeder kurze Kuss und jede flüchtige Umarmung beim Kommen und Gehen spricht Bände, wenn es liebevoll gemeint ist.

Wenn Dein Partner Zärtlichkeiten als (wichtigsten) Liebesbeweis versteht, dann ist bei Leid und Schmerz nichts wichtiger als eine trostreiche Umarmung.

Und? Konntest du Deine Liebessprache erkennen? Lass es uns in deinem Kommentar unten wissen.

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